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Ein Kaffee mit Tom Beck

von Karina Sturm.

Fünf mal „Wenn der Kopf zur Last wird“, fünf meiner liebsten deutschen Prominenten, fünf Briefe mit der Bitte meine Projekte zu unterstützen. Doch mit dem, was als nächstes passierte, hatte ich im Leben nicht gerechnet…

Vier Wochen nachdem ich die Päckchen zur Post brachte, fand ich eine E-Mail in meinem Postfach in der stand, dass er hoffe mir ginge es gut, dass meine Geschichte ihn sehr bewegt hätte und dass er gern Kontakt zu mir aufnehmen würde. Am Besten via Telefon. Ein freundlicher Gruß und dann der Name: Tom Beck.

WHAT THE F*CK? Das war sicher nicht der echte Tom Beck, oder doch? Hatte ich gerade eine E-Mail von dem Schauspieler bekommen, den ich über viele Jahre wöchentlich bei Alarm für Cobra 11 gesehen hatte? Konnte es wirklich sein, dass ihn meine Worte erreicht hatten?

Ich griff zum Handy und schrieb zwei Freundinnen an: HEY, ICH GLAUBE TOM BECK HAT MIR GERADE EINE MAIL GESCHICKT! ER WILL MIT MIR TELEFONIEREN!!!

Eine der beiden antwortete sofort: WER IST TOM BECK? UND WARUM WILL DER MIT DIR SPRECHEN?

Ich entgegnete: NA DER BEKANNTE SCHAUSPIELER AUS ALARM FÜR COBRA 11.

Mein Telefon klingelte. Es stellte sich heraus, dass sie dachte ich würde neuerdings mit fremden Männern flirten, während ich doch verlobt war.  Wir lachten herzlich und ich wunderte mich ein wenig, was sie mir alles zutraute.

Ich starrte wieder auf die Mail. Was sollte ich jetzt antworten? Dummerweise hatte ich mir bisher so gar keine Gedanken darüber gemacht, was ich wohl sagen oder tun würde, wenn tatsächlich jemand auf meine Briefe reagieren würde. Hatte ich doch gar nicht damit gerechnet, dass ich Tom Beck erreichen könnte.

Aber da war sie: eine nette Mail, auf die ich offensichtlich reagieren musste. Diese eimalige Chance jemanden an der Seite zu haben, der deutlich mehr Menschen erreichen konnte, als ich es jemals können würde, durfte ich nicht verstreichen lassen. Doch was sollte ich denn nur darauf antworten? Vielleicht wäre es besser noch ein paar Tage darüber zu grübeln? Oder wäre es unverschämt ihn warten zu lassen? In Gedanken schlug ich mir einmal ordentlich mit der Hand auf die Stirn und dachte: „Sei einfach du. Was soll schon passieren!“

Ich entschied mich – wie immer – für die ganz direkte Variante: 

Guten Morgen lieber Tom, 

Danke Dir für deine netten Worte und überhaupt dafür, dass Du mein Buch gelesen hast. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet und umso beeindruckter bin ich, dass Du die Zeit gefunden hast sogar noch eine E-Mail zu schreiben. 

Seit meinem ersten Buch sind mittlerweile auch schon zwei Jahre vergangen und ich habe mein Leben wieder besser im Griff. Momentan befinde ich mich in einer nicht ganz so schönen Phase, aber auch das vergeht wieder. Es ist halt ein Auf und Ab und ich kann mich glücklich schätzen, dass es bei mir auch immer wieder etwas besser wird. 

Ich würde mich sehr über ein Kennenlernen freuen. Vielleicht können wir einen Termin zum telefonieren vereinbaren? Ich schätze mal, Du hast sicher sehr viel zu tun und mein Terminkalender läuft auch über mit Arztterminen und Physiotherapie. Vielleicht finden wir einen guten Zeitpunkt irgendwo dazwischen?

Alternativ (wenn dir das nicht zu viel ist) bin ich auch immer wieder im Eck Köln/Bonn/Aachen unterwegs, da dort ein paar meiner Spezialisten sind. Aber natürlich verstehe ich, wenn dir ein persönliches Treffen zu viel ist. :)

Diese Woche ist bei mir ziemlich Land unter, aber ab nächster Woche siehts wieder besser aus. 

Liebe Grüße und eine schöne Woche,

Karina

Einige Wochen später war es dann so weit. Vor Nervosität zitternd, nahm ich einen Anruf entgegen. Die sympathische Stimme, die ich bereits aus dem Fernsehen kannte, fing sofort an zu erzählen und außer „Ah ja“, und „Ok“ kam nicht besonders viel aus mir heraus, obwohl ich sonst alles andere als Kleinlaut bin.

Ich konnte gar nicht schnell genug reagieren, da waren wir schon zum Kaffee verabredet. Als ich auflegte, saß ich eine Weile regungslos auf meinem Sofa und wusste nicht so recht, ob ich gerade völlig spinne oder das wirklich passiert war. War meine Arbeit denn wirklich unterstützenswert genug? Hatte ich damit vielleicht etwas zu hoch gegriffen? Die Ängste, die ich in letzter Zeit häufiger hatte, überkamen mich für einen Moment.

Aber dann dachte ich, dass jede Form der Aufmerksamkeit auf das Ehlers-Danlos-Syndrom gut und wichtig war und wenn er beschließt meine Projekte waren es wert, warum hinterfragte ich dann eine Entscheidung, die gar nicht meine war? 

Nur fünf Tage später war der Tag dann gekommen. Ich saß in einem Kaffee mit Tom Beck. Abgesehen davon, dass ich mich verhielt wie ein Teenager in den 90ern, der gerade Nick von den Backstreet Boys trifft – wer jetzt nicht weiß, wer das ist, der ist eindeutig zu jung – fühlte ich mich, als würden die letzten Jahre mit der Krankheit plötzlich Sinn machen. Fast als würde sich alles fügen und gut werden.

Falls ihr wissen wollt, was Tom Beck aktuell für die Deutsche Ehlers-Danlos-Initiative gemacht hat, lest diesen Facebook-Beitrag.

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